EWC-Finalist Denis Lazavik über den Weltbesten
Lazavik: „Carlsen tauscht alles“
Denis Lazavik war die grosse Überraschung des Esports World Cup. Auf seinem Weg ins Finale bezwang der junge Belarusse Ian Nepomniachtchi, Nodirbek Abdusattorov und Hikaru Nakamura. Erst Magnus *Carlsen war eine Nummer zu gross. Nach dem Finale erklärte Lazavik gegenüber „*The Indian Express“, wie sich Carlsens Spiel seiner Meinung nach in den vergangenen Jahren verändert hat.
Denis Lazavik wirkte keineswegs besonders enttäuscht, als er nach seiner Niederlage gegen Magnus Carlsen im Finale des Esports World Cup ins Medienzentrum kam, um mit den Journalisten zu sprechen. Schliesslich ist eine Niederlage gegen den stärksten Schachspieler der Welt kein Grund, sich zu schämen.
Der belarussische Youngster wurde zu einer der grossen Entdeckungen des Turniers. Auf seinem Weg ins Endspiel setzte er sich gegen Ian Nepomniachtchi, Nodirbek Abdusattorov und Hikaru Nakamura durch.

Im Finale stiess Lazavik jedoch an seine Grenzen. Carlsen blieb gegen ihn ohne Partieniederlage und verteidigte seinen EWC-Titel zum zweiten Mal in Folge auf überzeugende Weise.
Lazavik: Carlsens Spiel hat sich verändert
Nach Lazaviks Beobachtung ist Magnus Carlsen heute nicht mehr ganz derselbe Spieler wie noch vor einigen Jahren. Früher habe der Norweger mehr Freude daran gehabt, komplizierte und kämpferische Stellungen auszuspielen. Heute versuche er dagegen häufiger, die Stellung zu vereinfachen und möglichst problemlos ins Endspiel überzugehen.
Gerade dort liegt bekanntlich eine der grössten Stärken Carlsens.
Lazavik sagte gegenüber The Indian Express:
„Vor ein paar Jahren versuchte er, kämpferischeres Schach zu spielen, das gefiel ihm mehr. Heute habe ich den Eindruck, dass ihm das Spielen nicht mehr ganz so viel Spass macht. Er tauscht einfach alles, was er tauschen kann – und im Endspiel ist er viel stärker. Deshalb versucht er, sich selbst keine Schwierigkeiten zu machen.“
Diese Einschätzung ist besonders interessant, weil Lazavik Carlsens Strategie im Finale unmittelbar am Brett erleben konnte. Der Norweger muss nicht in jeder Partie taktisches Feuerwerk produzieren. Häufig genügt es ihm, Komplikationen zu reduzieren, Figuren abzutauschen und eine technisch spielbare Stellung zu erreichen.
Und genau dort beginnt für viele seiner Gegner erst das eigentliche Problem.
Quelle: Interview von Denis Lazavik mit The Indian Express