Olympiade ohne Royal: „ICH VERSTEHE DIE ENTSCHEIDUNG “

Interview mit GM Shreyas Royal (17) - Britischer Meister 2026

Royal:Ich spiele nicht bei der Olympiade – aber ich verstehe die Entscheidung“

Reporter: Sie wussten offensichtlich, dass Sie in der letzten und entscheidenden Runde gegen Harry spielen würden. Wie viel Zeit haben Sie mit der Vorbereitung auf diese Partie verbracht?

GM Shreyas Royal: Ziemlich viel. Aber ich glaube, ich habe mir darüber zu viele Gedanken gemacht. Ich war ziemlich beunruhigt, als ich gestern die Wende in der Partie zwischen Peter und Harry gesehen habe. Ich dachte, Harry wäre der denkbar unangenehmste Gegner für die letzte Runde, weil er im Allgemeinen sehr gut vorbereitet ist. Ich wollte eigentlich keinen Stichkampf spielen, vor allem weil meine Energie langsam nachliess. Deshalb war mein Ziel, unabhängig vom Gegner, die Partie zu gewinnen. Und ich weiss, dass Harry sehr gut vorbereitet ist. Generell ist er ein sehr solider Spieler.

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Reporter: Jemand erwähnte, dass Sie gegen Harry eine schlechte Bilanz haben. Stimmt das?

GM Shreyas Royal: *Ich habe vor vier Jahren gegen ihn gespielt und beide Partien verloren. Aber ich denke, seitdem hat sich sehr viel verändert.

Reporter: Ja, wir haben gesehen, dass Sie diesmal Ihren Ansatz geändert und gegen ihn 1.d4 gespielt haben.

GM Shreyas Royal: Ja, ich habe ihn mit 1.d4 überrascht, weil ich gesehen hatte, dass er meistens in positionelle Strukturen vom Karlsbader Typ übergeht. Er spielte den Springer nach f6. Für die letzte Runde wollte ich einfach etwas Solides spielen und, falls sich eine Chance bietet, diese nutzen. Im Grunde war mir ziemlich sicher, dass ich sieben Punkte erreichen und wahrscheinlich einen Stichkampf spielen würde. Deshalb war dies eine gute Wahl der Eröffnung. Generell fühle ich mich in solchen Strukturen sehr wohl. Ich habe viele Partien damit gespielt und meistens ziemlich gute Ergebnisse erzielt.

Reporter: Wenn man sich Ihre Eröffnungen anschaut, fällt auf, dass Sie ein sehr breites Repertoire spielen. Verbringen Sie besonders viel Zeit mit der Arbeit an Eröffnungen?

GM Shreyas Royal: Ja. Ich spiele 1.d4 praktisch mein ganzes Leben, deshalb gibt es dort nicht mehr ganz so viel zusätzliche Arbeit zu erledigen. In letzter Zeit habe ich mich aber intensiv mit 1.e4 beschäftigt. Diesen Sommer habe ich viel Zeit damit verbracht, mein Repertoire mit 1.e4 zu verbessern, und ich glaube, das hat sich ausgezahlt.

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Reporter: Wie viele Stunden pro Tag beschäftigen Sie sich ungefähr mit Eröffnungen, oder ist das sehr unterschiedlich?

GM Shreyas Royal: Um ehrlich zu sein, investiere ich meistens unmittelbar vor einem Turnier mehr Zeit. Zu Hause bin ich normalerweise nicht motiviert genug, mich so intensiv damit zu beschäftigen.

Reporter: Welches ist Ihr nächstes grosses Turnier nach der Britischen Meisterschaft?

GM Shreyas Royal: Ehrlich gesagt bin ich mir noch nicht ganz sicher.

Royal fehlt bei der Olympiade – und zeigt Verständnis

Reporter: Sind Sie ein wenig enttäuscht darüber, nicht bei der Olympiade dabei zu sein, oder können Sie mit der Entscheidung leben?

GM Shreyas Royal: Ein bisschen schon, aber ich verstehe die Auswahlentscheidung. Ich hatte eine schwierige Phase, während Daniel eine gute Serie hatte. Insofern kann ich die Entscheidung nachvollziehen. Aber wenn die Meldefrist nur ein wenig später gewesen wäre, hätten sie es sich vielleicht noch einmal anders überlegt.

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