Weltmeister: VON KARPOW LERNEN

Nakamura: Junge Spieler sollten Karpows Partien studieren

In einem Interview würdigte der amerikanische Grossmeister und Streamer Hikaru Nakamura die aussergewöhnliche Karriere des 12. Schachweltmeisters Anatoli Karpow.

enter image description here Besonders beeindruckt zeigte sich Nakamura von der Tatsache, dass Karpow über mehr als zwei Jahrzehnte zur absoluten Weltspitze gehörte und von den frühen 1970er- bis Mitte der 1990er-Jahre praktisch ununterbrochen auf den ersten beiden Plätzen der FIDE-Weltrangliste stand.

Übrigens habe ich 2009 selbst eine klassische Partie gegen Anatoli Karpow gespielt. Das zeigt ebenfalls, wie aussergewöhnlich er war. Wenn ich die Statistik richtig interpretiere, wurde er 1973 die Nummer eins der Welt und verlor diese Spitzenposition erst 1996. Das bedeutet, dass er von 1973 bis Januar 1996 praktisch durchgehend die Nummer eins oder zwei der Welt war.“

Nakamura betonte, dass selbst Garri Kasparows Dominanz nichts daran ändere, wie aussergewöhnlich Karpows Konstanz gewesen sei.

Obwohl Garri Kasparow der stärkere Spieler war, blieb Karpow über so viele Jahre die Nummer zwei der Welt. Das sagt alles über seine aussergewöhnliche Klasse aus. Jungen Schachspielern würde ich deshalb empfehlen, die Partien des zwölften Weltmeisters intensiv zu studieren.“

Besonders hob Nakamura Karpows Spielstil hervor:

Wenn ich an Anatoli Karpow denke, fallen mir vor allem sein herausragendes Positionsspiel, seine phänomenale Technik und sein tiefes Schachverständnis ein.“ Zum Abschluss erklärte der US-Grossmeister, Karpow werde seiner Meinung nach bis heute unterschätzt: „Ich halte Anatoli Karpow für deutlich unterschätzt. Für mich gehört er zu den vier oder fünf grössten Schachspielern der Geschichte. Karpow und Viswanathan Anand sind sich in einem Punkt sehr ähnlich: Beide blieben über aussergewöhnlich lange Zeit an der Weltspitze.“

Ähnliche Beiträge