Schwarz-weisse Schachgeschichten
Im grössten Gefängnis von Honduras, El Pozo in Candori, fand auf Initiative eines Häftlings namens Manuel Migas ein aussergewöhnlicher Schachwettkampf statt. Auf 50 Brettern traten Gefängniswärter gegen Gefangene an.
Nach spannenden Partien setzten sich die Wärter knapp durch. Ihre Freude hielt jedoch nicht lange an: Während des Wettkampfs verschwanden zwölf Häftlinge, die gar nicht am Schachturnier teilgenommen hatten, auf mysteriöse Weise aus ihren Zellen.

Für die Leser von schachinfo.ch haben wir noch eine zweite kuriose Geschichte gefunden – diesmal aus Deutschland.
Eine Art verspätete Revanche für ihre Kollegen aus Honduras gelang den Justizbeamten im Gefängnis Reinbek bei Hamburg – allerdings auf deutlich raffiniertere Weise. Sie luden den regional bekannten Schach-Kandidatenmeister Olaf Redmüller zu einer Simultanvorstellung für die Gefangenen ein. Nach dem Ende der Veranstaltung durfte der Schachspieler das Gefängnis jedoch nicht mehr verlassen!
Der Grund: Die Polizei hatte bereits seit längerer Zeit nach Redmüller gefahndet. Gegen ihn bestand der Verdacht, Falschgeld sowie gefälschte Ausweisdokumente hergestellt zu haben. Die Simultanvorstellung endete somit nicht nur mit zahlreichen Schachpartien – sondern auch mit einer Festnahme.