Spieler reisen nach Paris – doch das Turnier findet nicht statt!
Das Schachturnier „Paris Masters 2026“ wurde am 13. Juli nach einer kurzfristigen Entscheidung der französischen Behörden offiziell abgesagt. Das Turnier, zu dem Spieler aus ganz Europa und der ganzen Welt angereist waren, wurde nur 24 Stunden vor dem Start wegen einer extremen Hitzewelle in Frankreich gestrichen.
Der französische Wetterdienst hatte wegen der hohen Temperaturen die höchste Warnstufe Rot ausgerufen.Gleichzeitig wurde eine erheblicheLuftverschmutzung festgestellt. Da die Tagestemperaturen bis zu 40 Grad Celsius erreichten, untersagten die Behörden in Paris vom 11. bis mindestens 14. Juli die Durchführung von Sportveranstaltungen.
Von der ungewöhnlichen Situation waren besonders zahlreiche ausländische Teilnehmer betroffen. Eine Gruppe indischer Schachspieler war nach einer langen Reise bereits in Paris angekommen und hatte Tausende Dollar für Unterkunft, Flugtickets, Visa und Transport ausgegeben. Einer der Spieler erreichte sein Apartment kurz nach Mitternacht. Nur wenige Minuten später erhielt er die offizielle Nachricht, dass das Turnier abgesagt worden war – weniger als 24 Stunden vor der ersten Runde. Obwohl die französischen Vorschriften professionelle Wettkämpfe in vollständig klimatisierten Hallen erlauben, verfügte der für die Paris Masters vorgesehene Spielsaal über keine Klimaanlage. Deshalb fiel auch das Schachturnier unter das behördliche Veranstaltungsverbot. Bislang bleibt allerdings unklar, warum die Organisatoren nicht kurzfristig reagierten und versuchten, einen klimatisierten Ersatzspielort zu finden. Die Veranstalter teilten mit, dass allen Teilnehmern das Startgeld vollständig zurückerstattet werde. Die Gesundheit und Sicherheit der Spieler, Schiedsrichter und Organisatoren seien der entscheidende Grund für die Absage gewesen.
Stellungnahme eines Spielers aus Indien:

Der indische Schachspieler Naitik Mehta schilderte ChessBase India die Situation und teilte diese Informationen mit der Redaktion.
Ein betroffener indischer Spieler schilderte die Situation wie folgt:
„Obwohl die Organisatoren die Teilnehmer bereits am 6. Juli darüber informiert hatten, dass eine Absage möglich sei, hatten viele internationale Spieler ihre Reise und Unterkunft zu diesem Zeitpunkt längst gebucht. Die Organisatoren erklärten, dass lediglich das Startgeld zurückerstattet werde. Zudem stellten sie uns eine Absagebestätigung aus, die uns bei möglichen Rückerstattungsforderungen helfen sollte. Leider hat uns dies in unserem Fall nicht geholfen. Unser Vermieter weigerte sich, die nicht genutzten Übernachtungen zurückzuerstatten, und erklärte, auch er habe finanzielle Verluste erlitten. Infolgedessen sitzen die anderen betroffenen indischen Spieler und ich nun in unserem Apartment in Paris fest – ohne Turnier. Wir warten bis zum 17. Juli, um zum Dole Open weiterzureisen. Diese unerwartete Absage hat erhebliche finanzielle Verluste, emotionalen Stress und enorme Unannehmlichkeiten für Spieler verursacht, die ausschlieslich wegen dieses prestigeträchtigen Turniers aus aller Welt angereist waren.“
Was sagen die Organisatoren?
Die Veranstalter erläuterten, wie es für die angemeldeten Spieler nun weitergeht: „Alle registrierten Spieler erhalten eine vollständige Rückerstattung des Startgeldes. Die Teilnehmer müssen dafür nichts unternehmen. Das Turnierteam wird die Rückzahlung automatisch auf die ursprünglich bei der Anmeldung über die Billetweb-Plattform verwendete Kredit- oder Debitkarte veranlassen. Da es sich jedoch um eine behördlich angeordnete Notfallschliessung aufgrund der Wetterbedingungen handelt, müssen die Kosten für Reise und Unterkunft voraussichtlich von den Spielern selbst oder über ihre Reiseversicherung getragen werden.“ Damit erhalten die Teilnehmer zwar 100 Prozent ihres Startgeldes zurück, doch viele ausländische Spieler bleiben auf erheblichen Reise- und Unterkunftskosten sitzen.