USA sammeln Spenden für die Schacholympiade
Die US Chess Federation hat eine Spendenkampagne gestartet, um die Teilnahme der amerikanischen Nationalmannschaften an der Schacholympiade 2026 in Samarkand (Usbekistan) zu finanzieren. Unter dem Motto „Every donated dollar helps“ ruft der Verband Schachfreunde und Förderer zur Unterstützung auf.
„Seit 2016 hat die US-Mannschaft keine Schacholympiade mehr gewonnen. In diesem Jahr schicken wir ein aussergewöhnlich starkes Team nach Usbekistan, um um Gold zu kämpfen und den Titel der besten Mannschaft der Welt zurückzuholen. Wie viele andere amerikanische Nationalteams erhalten wir keine staatliche Finanzierung. Wir sind auf private Spenden, Fundraising und Sponsoren angewiesen. Jeder gespendete Dollar hilft dabei, Flugtickets, Hotelkosten, Trainer und Verpflegung zu finanzieren. In dem Jahr, in dem die Vereinigten Staaten ihr 250-jähriges Bestehen feiern, möchten wir zugleich zeigen, welchen Stellenwert Schach in unserem Land besitzt“, - erklärte die US Chess Federation.
Nakamura verzichtet auf die Olympiade
Für zusätzliche Diskussionen sorgte Hikaru Nakamura, der seine Absage an die Olympiade mit den finanziellen Bedingungen begründete.

„Das Angebot für die Olympiade lag bei etwa 10.500 Dollar. Die Goldmedaille bringt einen Bonus von 4.000 Dollar – und das ist alles. Als wir 2016 in Baku Olympiasieger wurden, betrug die Prämie ebenfalls 4.000 Dollar. Zehn Jahre sind vergangen, aber die Summe ist unverändert geblieben. Offenbar hat noch niemand etwas von Inflation gehört. Selbst Länder der Dritten Welt bezahlen ihre Spieler besser. Deshalb werde ich nicht an der Olympiade teilnehmen.“
Niemann widerspricht deutlich
US-Grossmeister Hans Niemann, der zum amerikanischen Olympiateam gehört, reagierte mit deutlicher Kritik.

„Sein Land zu vertreten, ist eine große Ehre. Der Mangel an Patriotismus überrascht mich wirklich. Hikaru ist einer der reichsten Schachspieler der Welt – wenn nicht sogar der reichste. Ob er 20.000 oder 30.000 Dollar mehr oder weniger erhält, würde sein Leben nicht verändern. Eine olympische Goldmedaille ist mehr wert als alles Geld der Welt.“
Caruana: „Wir gehören zu den Favoriten“

Auch Fabiano Caruana äusserte sich zur bevorstehenden Olympiade.
„Ich würde nicht sagen, dass wir der eindeutige Favorit sind. Bei der letzten Olympiade haben wir Silber gewonnen, doch Indien war damals einfach überragend. Gegen diese Leistungen war kaum etwas auszurichten. Unser Team hat sich etwas verändert, aber nicht grundlegend. Damals spielten Leinier Dominguez und Ray Robson, jetzt gehören Hans Niemann und Awonder Liang zur Mannschaft. Wir verfügen erneut über ein sehr starkes Team. Bei der letzten Olympiade lief es in einigen entscheidenden Begegnungen – gegen die Ukraine und später gegen Indien – einfach nicht nach Plan. Danach war es schwierig, den Rückstand aufzuholen. Diesmal reisen wir jedoch in guter Form nach Samarkand.“
Die Diskussion zeigt einmal mehr, dass auch im Spitzenschach finanzielle Fragen eine wichtige Rolle spielen. Während die US Chess Federation um Unterstützung wirbt, gehen die Meinungen der amerikanischen Spitzenspieler über Motivation, Patriotismus und Bezahlung deutlich auseinander.