Der Teilnehmer des UzChess Masters, Ian Nepomniachtchi, sprach nach seinem Sieg gegen Hans Niemann darüber, ob dieser Erfolg für ihn eine besondere Bedeutung hatte.
„Als Hans den entscheidenden Fehler machte, war er wahrscheinlich bereits erschöpft von all den Versuchen, sich an die Varianten zu erinnern, und von den ständigen Berechnungen am Brett. Für mich hingegen war es im Grunde nur die Wiedergabe einer alten Vorbereitung“, erklärte Nepomniachtchi.
Journalist:
Nach der Partie wirkte Hans sehr enttäuscht. Es schien, als hättest du versucht, die Partie noch kurz mit ihm zu analysieren?
Ian Nepomniachtchi: „Nein, eigentlich nicht. Ich wollte nur sein Verständnis der Stellung überprüfen. Im Prinzip hat er gut gespielt, aber ich denke, er hätte wissen müssen, dass der König nach d6 gehört und nicht nach b7. Wahrscheinlich interessierte ihn das in diesem Moment allerdings nicht besonders.“
Journalist:
Angesichts eures Matches und einiger Ereignisse, die es früher zwischen euch gegeben hat: Bedeutet dir dieser Sieg mehr als ein gewöhnlicher Turniererfolg?

Ian Nepomniachtchi:
„Ich glaube nicht. Es ist einfach eine normale Turnierpartie. Natürlich ist es besser zu gewinnen als Remis zu spielen, und besser Remis zu spielen als zu verlieren. Alles wie immer. Es ist schön, dass ich nun ein paar Elo-Punkte zurückgewinne. Während des Turniers habe ich einige verloren. Theoretische Chancen auf den Turniersieg habe ich noch, auch wenn sie sehr gering sind. Wenn ich in der neunten Runde gut spiele, ergibt sich vielleicht die Möglichkeit, zumindest den ersten Platz mit jemandem zu teilen. Aber es ist noch zu früh, darüber nachzudenken. Wir werden sehen, was passiert.“
Der zweimalige WM-Herausforderer fügte hinzu:
„Natürlich ist es angenehm, endlich wieder eine positive Punktebilanz zu haben. Schliesslich kommt es nicht allzu oft vor, dass man eine Partie praktisch nur dank der heimischen Vorbereitung gewinnt. Vielleicht hatte ich heute auch ein wenig Glück – so etwas wie eine Kompensation für meine siebte Partie in Belgrad. Damals war ich morgens vollkommen erschöpft. Ich hatte überhaupt keine Lust nachzudenken und bemerkte deshalb einfach eine ungedeckte Figur nicht. Offenbar gibt es im Universum doch so etwas wie ein Gleichgewicht“, schloss Nepomniachtchi.