Viswanathan Anand übernimmt als Interimspräsident
FIDE-Präsident Arkady Dworkowitsch hat bekannt gegeben, dass er seine Aufgaben als Präsident des eltschachbundes mit sofortiger Wirkung suspendiert. Hintergrund ist die Entscheidung der Europäischen Union, seinen Namen in das 21. Sanktionspaket aufzunehmen.

In einer offiziellen Erklärung vom 24. Juli 2026 bezeichnete Dworkowitsch die Sanktionen als „rechtswidrig und ungerecht“. Er kündigte an, die Entscheidung mit allen verfügbaren rechtlichen Mitteln anzufechten.
„Ich bin überzeugt, dass sich am Ende die Gerechtigkeit durchsetzen wird“, erklärte Dworkowitsch. Gleichzeitig betonte er, dass die Sanktionen die Arbeit der FIDE beeinträchtigen könnten. Deshalb habe er sich freiwillig entschlossen, seine Befugnisse und Aufgaben als FIDE-Präsident bis auf Weiteres ruhen zu lassen. „Die Suspendierung bleibt in Kraft, solange die Sanktionen der Europäischen Union und der Schweiz gegen mich bestehen“, erklärte Dworkowitsch.
Die Europäische Union verhängte Sanktionen gegen Dworkowitsch aufgrund seiner politischen Vergangenheit als stellvertretender Ministerpräsident Russlands. Zudem begründete die EU die Massnahmen damit, dass er als FIDE-Präsident und Mitglied des Vorstandes des Russischen Schachverbandes Aktivitäten in den besetzten ukrainischen Gebieten unterstützt habe, was nach Auffassung der Europäischen Union die territoriale Integrität der Ukraine verletze.
Dvorkowitsch war den EU-Sanktionen zuvor entgangen, weil Ungarn seine Aufnahme in die Sanktionsliste mit einem Veto blockiert hatte. Nach dem Regierungswechsel in Ungarn und dem Amtsantritt einer proeuropäischen Regierung wurde dieses Veto jedoch aufgehoben.
Formell ist Dworkowitsch nicht zurückgetreten. Er hat seine Befugnisse als FIDE-Präsident lediglich suspendiert. Sollte es ihm gelingen, die Sanktionen gerichtlich aufheben zu lassen, würden seine Amtsbefugnisse automatisch wieder in Kraft treten. Bis dahin führt Viswanathan Anand die Geschäfte des Weltschachbundes als amtierender Präsident.
Anand übernimmt die Amtsgeschäfte
Gemäss den Statuten der FIDE übernimmt der stellvertretende Präsident, Viswanathan Anand, die Aufgaben des Präsidenten. Der 15. Schachweltmeister wird die Organisation als Interimspräsident leiten, solange die gegen Dworkowitsch verhängten restriktiven Massnahmen in Kraft sind. FIDE-Rat bestätigt die Entscheidung
Der FIDE-Rat hat die Entscheidung Dworkowitschs offiziell bestätigt.
Dem Beschluss zufolge wird Dworkowitsch während der Dauer der Sanktionen keine Rechte, Pflichten oder Befugnisse ausüben, die ihm als Präsident nach den FIDE-Statuten zustehen. Insbesondere wird er weder die FIDE noch deren Vermögen vertreten oder kontrollieren. Der Rat sprach gleichzeitig sein Vertrauen in die Arbeit der FIDE-Führung aus und zeigte sich überzeugt, dass alle Turniere, Projekte und sozialen Programme des Weltschachbundes ohne Einschränkungen fortgeführt werden können. Mit der Ernennung von Viswanathan Anand zum amtierenden Präsidenten soll die Handlungsfähigkeit der FIDE während der laufenden rechtlichen Verfahren sichergestellt werden.