„Junge Talente brauchen einen besonderen Funken“
Der fünffache Schachweltmeister Viswanathan Anand hat sich mit einer der spannendsten Fragen im Schach beschäftigt: Werden grosse Schachspieler geboren oder gemacht?
Für Anand ist die Antwort nicht eindeutig – Talent und harte Arbeit gehören untrennbar zusammen. Talent allein genügt nicht !
„Ich glaube, es gibt keine andere Erklärung dafür, warum manche Menschen – besonders in jungen Jahren – deutlich schneller Fortschritte machen als andere. Zwei Kinder können im gleichen Alter Schach lernen, und dennoch entwickelt sich eines von ihnen rasant. Mit zehn oder dreizehn Jahren gehört es bereits zu den besten Nachwuchsspielern seines Landes oder sogar der Welt, während das andere weit zurückbleibt. Was besitzen diese Spieler? Ich weiss es nicht. Aber ich kann die Tatsache nicht ignorieren, dass es einen kleinen Funken, einen anfänglichen Vorteil geben muss. Ich habe erlebt, dass zwei Menschen gleich hart gearbeitet haben und trotzdem einer von ihnen deutlich erfolgreicher wurde. Es muss also noch etwas Zusätzliches geben. Gleichzeitig kann ich Ihnen versichern: Ohne harte Arbeit wird selbst ein hochbegabter Spieler keinen Erfolg haben. Talent allein genügt nicht. Man muss intensiv trainieren – auf die eine oder andere Weise. Es gibt viele unterschiedliche Wege, sich schachlich weiterzuentwickeln.“