Alexander Grischuk: „KLASSISCHES SCHACH HAT MIR NIE BESONDERES GEFALLEN“

Der dreifache Blitz-Weltmeister und russische Grossmeister Alexander Grischuk (42) hat in einem Interview mit „Chess with Mustreader“ erklärt, warum er in den vergangenen Jahren nur noch selten bei klassischen Turnieren antritt und weshalb ihm das klassische Schach kaum noch Freude bereitet.

Grischuk rechnet nicht mit einer Rückkehr an die absolute Weltspitze im klassischen Schach, da ihn diese Form des Wettkampfs nicht mehr ausreichend motiviert.

Zur Erinnerung:

Alexander Grischuk gehörte viele Jahre zur absoluten Weltelite. Im Mai 2014 lag er mit einem Elo von 2792 auf Platz drei der FIDE-Weltrangliste, hinter Magnus Carlsen und Levon Aronian. Seinen persönlichen Rekord erreichte er allerdings erst im Dezember 2014 mit 2810 Elo. Grischuk ist überzeugt, dass er im Rapid- und Blitzschach weiterhin stark genug für absolute Spitzenergebnisse ist. Im Interview betonte er, dass es kaum möglich sei, seine beste Leistung zu zeigen,wenn man keine Freude an dem habe, was man tue – und damit meinte er vor allem das klassische Schach.

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Total Chess als Antwort auf den Wandel

Der russische Grossmeister verriet zudem, dass Rapid und Blitz bereits seit seiner Kindheit seine Lieblingsdisziplinen waren. Klassisches Schach spielte er dennoch über viele Jahre auf höchstem Niveau, weil er glaubte, darin seine Lebensaufgabe gefunden zu haben. Nach der Pandemie kehrte die frühere Motivation für das klassische Schach jedoch nicht mehr zurück. „Klassisches Schach hat mir nie besonders gefallen. Was mir wirklich Freude gemacht hat, waren Rapid und Blitz“, sagte Grischuk.

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Dabei kann er auf eine aussergewöhnliche Karriere im klassischen Schach zurückblicken. Grischuk nahm an fünf Kandidatenturnieren bzw. Kandidatenzyklen – 2007, 2011, 2013, 2018 und 2020/21 – teil. Bei der FIDE-Weltmeisterschaft 2000 erreichte er zudem das Halbfinale.

Carlsen, Nakamura, Grischuk – ein neuer Trend?

Grischuks Aussagen passen zumindest teilweise zu einem Trend, der auch bei anderen Stars des Weltschachs zu beobachten ist. Spieler wie Magnus Carlsen und Hikaru Nakamura haben in den vergangenen Jahren wiederholt ihre Vorliebe für kürzere Bedenkzeiten, Online-Schach und neue Turnierformate zum Ausdruck gebracht.

Die Schachwelt wird schneller

Die angekündigte neue Weltmeisterschaft, die klassisches Schach mit verkürzter Bedenkzeit, Rapid und Blitz in einem gemeinsamen Wettbewerb verbinden soll, kann deshalb auch als moderne Reaktion auf diese Entwicklung im Spitzenschach gesehen werden.

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