Schachkrieg: DROHT RUSSLAND DIE FIDE - SUSPENDIERUNG ?

KONFLIKT ZWISCHEN RUSSLAND UND DER UKRAINE AUCH AM SCHACHBRETT !

Russischer Schachverband vor FIDE-Suspendierung? Entscheidung fällt am 17. Juni

Es bestehen rechtliche Möglichkeiten, dass der Russische Schachverband (FSR) ab dem 17. Juni 2026 von der Mitgliedschaft in der FIDE suspendiert wird. Der Grund: Der Russische Schachverband beabsichtigt nicht, die Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofs (CAS) in Lausanne umzusetzen. Der Russische Schachverband steht erneut vor der Gefahr, seine Mitgliedschaft im Weltschachverband FIDE zu verlieren. Der FIDE-Rat erinnerte daran, dass die Frist zur Umsetzung der Entscheidung des Sportgerichtshofs in Lausanne am 9. Juni abgelaufen ist. Mit dieser Entscheidung wurde der FSR verpflichtet, seine Aktivitäten in den sogenannten „neuen Territorien“ der Russischen Föderation einzustellen.

Der Russische Schachverband beharrt jedoch darauf, dass er nicht das Recht habe, „gegen die Verfassung der Russischen Föderation zu verstossen“. Deshalb beabsichtigt er nicht, diese Aktivitäten einzustellen. Aufgrund dieser Haltung wird die FIDE nun über mögliche Sanktionen gegen den Verband entscheiden müssen.

Die Internationale Schachföderation veröffentlichte eine Erklärung zur Situation des Russischen Schachverbands. Darin heißt es, dass der FSR gemäß der CAS-Entscheidung aus dem Jahr 2025 seine Tätigkeit bis zum 9. Juni mit dieser Entscheidung in Einklang bringen musste.

Aus diesem Grund hat der FIDE-Rat offiziell Nachweise für die Umsetzung der Entscheidung angefordert. In der Mitteilung wird erklärt, dass die Bewertung der Umsetzung auf der nächsten Ratssitzung am 17. Juni erfolgen wird. Dort soll auch entschieden werden, ob gegen den Russischen Schachverband Sanktionen gemäss den Bestimmungen der FIDE-Satzung verhängt werden. Dieses Dokument ist das jüngste Kapitel einer äusserst komplexen Geschichte. Angesichts der allgemeinen geopolitischen Lage und der Tatsache, dass FIDE-Präsident Arkady Dvorkovich selbst Russe ist, lohnt sich ein Blick zurück auf die Anfänge des Konflikts.

Im Sommer 2024 suspendierte die FIDE unter Führung von Arkady Dvorkovich den Russischen Schachverband für zwei Jahre. Grundlage dafür war eine Beschwerde des Ukrainischen Schachverbands wegen der „aktiven Tätigkeit“ des FSR in den sogenannten „neuen Territorien“ – auf der Krim, in den Regionen Donezk und Lugansk sowie in den Gebieten Cherson und Saporischschja. Dabei ging es unter anderem um die Teilnahme dortiger Schachspieler an russischen Meisterschaften sowie die Akkreditierung regionaler Verbände. Die Situation wurde mit der Suspendierung des Russischen Olympischen Komitees durch das Internationale Olympische Komitee im Jahr 2023 verglichen. Die russische Seite focht die Entscheidung jedoch erfolgreich an. Bereits im September 2025 ersetzte die FIDE die Suspendierung durch eine symbolische Geldstrafe von 45.000 Euro.

Der Ukrainische Schachverband legte daraufhin Berufung beim Sportgerichtshof in Lausanne ein. Das im März 2026 veröffentlichte Urteil fiel deutlich zugunsten der ukrainischen Seite aus. Das Schiedsgericht stellte fest, dass eine Gefahr für die „territoriale Integrität“ bestehe und dass die Aktivitäten des FSR gegen die Statuten und Regularien der FIDE verstiessen.

Nach Ansicht des CAS war eine Geldstrafe nicht ausreichend. Als angemessene Massnahme wurde die vollständige Einstellung der Aktivitäten des FSR in den genannten Regionen innerhalb von 90 Tagen angeordnet.Sollte dies nicht erfolgen, könnte der Verband für bis zu drei Jahre aus der FIDE ausgeschlossen werden.

Zugleich rief der CAS alle Beteiligten zu einem „konstruktiven Dialog“ auf, um Lösungen zu finden, die den Schachspielern aus den betroffenen Regionen weiterhin die Teilnahme an FIDE-Wettbewerben ermöglichen und die Entwicklung des Schachs in diesen Gebieten fördern. Das jüngste Kapitel des Konflikts ist ein Schreiben des Russischen Schachverbands an die Ethikkommission der FIDE. Darin fordert der FSR die Suspendierung des Präsidenten des Ukrainischen Schachverbands, Oleksandr Kamyshin. Nach Ansicht der russischen Seite seien dessen Äusserungen „mit seinem Amt unvereinbar“, da sie angeblich „zu Angriffen auf russische Städte aufrufen“ und Aktivitäten unterstützen würden, die „zum Tod russischer Bürger führen“. „Ja, wir haben das Schreiben der FIDE erhalten“, bestätigte FSR-Generaldirektor Alexander Tkachov gegenüber der Zeitung Kommersant. „Unsere Juristen bereiten derzeit eine präzise abgestimmte Antwort vor.“ Tkachov machte deutlich, dass die russische Seite an ihrer bereits im Sommer 2025 formulierten Position festhält und keine Absicht hat, ihre Aktivitäten in den „neuen Territorien“ einzustellen. „Als Mitglied der FIDE handeln wir im Einklang mit ihren Statuten. Gleichzeitig dürfen diese Bestimmungen nicht im Widerspruch zur Gesetzgebung der Russischen Föderation stehen – insbesondere nicht zur Verfassung unseres Landes. Wir haben kein Recht, diese zu verletzen“, erklärte Tkachov.

Welche Sanktionen diesmal verhängt werden könnten und welche praktischen Folgen sie hätten, wollte er nicht kommentieren.

Die Suspendierung von 2024 hatte nur geringe Auswirkungen. Russische Schachspieler durften weiterhin als neutrale Athleten an Einzelwettbewerben teilnehmen – ein Status, den sie seit Beginn des Krieges in der Ukraine nutzen. Seitdem wurden die Sanktionen im Schach teilweise gelockert. Die FIDE hob entsprechend den Empfehlungen des IOC sämtliche Beschränkungen für russische Nachwuchsspieler auf und erlaubte ihnen wieder die Nutzung von Flagge und Hymne. Darüber hinaus genehmigte die FIDE die Teilnahme russischer Nationalmannschaften an ihren Wettbewerben, einschließlich der Schacholympiade 2026, die im September 2026 in Samarkand stattfinden wird.In der überwiegenden Mehrheit der anderen Sportarten bleiben russische Nationalmannschaften jedoch weiterhin von Internationalen Wettbewerben ausgeschlossen.

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