Die Schachwelt der Engines wird seit Jahren von Stockfish dominiert.Doch in den vergangenen Monaten hat ein neuer Name für Aufsehen gesorgt: Reckless. Die Open-Source-Engine des Entwicklers Arseniy Surkov hat einen beeindruckenden Aufstieg hingelegt und zählt inzwischen zu den stärksten Schachprogrammen der Welt.

Wer steckt hinter Reckless?
Hauptentwickler von Reckless ist Arseniy Surkov. Das Projekt ist vollständig Open Source und wurde in der Programmiersprache Rust entwickelt. Damit unterscheidet sich Reckless von den meisten Spitzenengines, die traditionell in C oder C++ geschrieben wurden.
Wie stark ist Reckless?
Nach den aktuellen CCRL-Ranglisten gehört Reckless 0.9.0 bereits zur absoluten Weltspitze. Mit einer Spielstärke von rund 3648 Elo belegt die Engine den zweiten Platz weltweit, direkt hinter Stockfish. Dies ist ein bemerkenswerter Erfolg, denn die Spitze des Computerschachs wurde über viele Jahre nahezu ausschliesslich von zwei Engines beherrscht:
Stockfish
Leela Chess Zero (Lc0)
Mit Reckless ist nun ein neuer ernsthafter Konkurrent im Kampf um die Spitzenposition aufgetaucht.
Technologische Merkmale
Reckless überzeugt nicht nur durch seine Spielstärke, sondern auch durch moderne technische Lösungen:
Open-Source-Projekt Entwickelt in Rust Verwendet die moderne NNUE-Bewertungstechnologie Kombination aus neuronalen Netzen und klassischer Alpha-Beta-Suche Hochgradig für moderne Prozessoren optimiert Unterstützung für Standardschach und Chess960 Dynamischer Spielstil
Viele Engine-Tester loben den aktiven und kämpferischen Stil von Reckless. Besonders in taktisch scharfen und dynamischen Stellungen findet die Engine häufig kreative Lösungen und ungewöhnliche Ressourcen. Dadurch wirkt ihr Spiel oft überraschend und sehr praxisnah.
Ob Reckless eines Tages Stockfish von der Spitze verdrängen kann, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch schon heute: Die junge Engine hat frischen Wind in die Welt des Computerschachs gebracht und sorgt für neue Spannung an der Weltspitze der Schachprogramme.
Hikaru Nakamura von Reckless begeistert: „Die Engine schlägt den Hikaru-Bot auf Chess.com, besiegt den Magnus-Bot und hält gegen Stockfish..."
Der amerikanische Spitzengrossmeister Hikaru Nakamura hat sich nach ausführlichen Tests der neuen Schachengine Reckless äusserst beeindruckt gezeigt. Bereits im Herbst 2025 wurde in der Computerschach-Szene über die neue Engine diskutiert, die sogar das Potenzial haben könnte, mit dem dominierenden Stockfish zu konkurrieren.

Nakamura verfolgte die Entwicklung von Reckless mit grossem Interesse und lobte insbesondere die aussergewöhnliche Spielstärke der jungen Engine.
„Wir sehen, wie stark Reckless bereits ist. Die Engine schlägt den Hikaru-Bot auf Chess.com, besiegt den Magnus-Bot und hält gegen Stockfish – derzeit das stärkste Schachprogramm der Welt – relativ problemlos Remis. Ich weiss nicht, was die Zukunft für Reckless bereithält und ob die Engine tatsächlich zum neuen Standard werden kann. Wir werden sehen, ob sie Stockfish eines Tages übertreffen kann. Aber schon jetzt zeigt sie Genialität, Brillanz und ein aussergewöhnliches Verständnis für Schach. Ich würde sogar darauf wetten, dass sie eines Tages eine Spielstärke von 3900 Elo erreichen könnte!! Selbst in einer Zeit, in der es mit Leela Chess Zero und Stockfish bereits unglaublich starke Programme gibt, existieren weiterhin Entwickler, die versuchen, noch bessere Engines zu schaffen und die Grenzen des Computerschachs weiter zu verschieben.“
Mit diesen Worten unterstrich Nakamura die Bedeutung von Reckless für die Zukunft des Computerschachs. Die von Arseniy Surkov entwickelte Open-Source-Engine hat sich innerhalb kurzer Zeit in die Weltspitze vorgearbeitet und gilt inzwischen als einer der ernsthaftesten Herausforderer von Stockfish. Ob Reckless tatsächlich eines Tages die Nummer eins der Welt werden kann, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch bereits heute: Die Engine sorgt für frischen Wind in der Computerschach-Szene und wird von vielen Experten als eine der spannendsten Entwicklungen der letzten Jahre angesehen.