Der russische Grossmeister Ian Nepomniachtchi äusserte sich im Gespräch mit ChessBase India zu dem Vorfall beim technischen Meeting des UzChess Cup Masters 2026, als er Hans Niemann nicht die Hand gab.
Warum gab es keinen Handschlag?
Journalist:
„Eine letzte Frage noch. Vor Ihrer Anreise hierher fand das Match gegen Hans Niemann in Belgrad statt. Beim technischen Meeting gab es dann diesen Moment, in dem Sie Hans nicht die Hand gegeben haben. Möchten Sie erklären, warum?“
Ian Nepomniachtchi:
„Ich möchte nicht zu viel Zeit auf dieses Thema verwenden. Im Wesentlichen war ich mit seinem Verhalten am letzten Tag des Matches sehr unzufrieden. Und zwar sogar am Brett selbst. Ich halte sein Auftreten weder für besonders höflich noch für respektvoll. Es gibt keinen Grund, mir Aussagen zuzuschreiben, die ich nie gemacht habe. Er hat sehr gut gegen mich gespielt, insbesondere in der letzten Partie. Daran gibt es keinen Zweifel. Aber insgesamt empfinde ich sein Verhalten als problematisch. Er ist schliesslich kein Teenager mehr. Wäre das vor vier Jahren passiert, hätte ich mich wahrscheinlich nicht besonders darüber aufgeregt. Aber wenn man älter als zwanzig Jahre ist, sollte man irgendwann lernen, wie man sich verhält. Seine Entschlossenheit und sein Sinn für Gerechtigkeit sind durchaus lobenswert. Sein Verhalten hingegen nicht. Hinzu kam die Kommunikation nach dem Match. Plötzlich antwortete er auf keine Nachrichten mehr. Dabei hatten wir bestimmte Dinge persönlich vereinbart. Er war einfach verschwunden. Auch seine Beiträge auf X halte ich nicht gerade für besonders höflich. Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen.“

Journalist:
„Vielen Dank, Jan. Ich wollte diese Frage einfach stellen. Alles Gute für die kommenden Partien.“
Ian Nepomniachtchi:
„Vielen Dank.“
Die Beziehung zwischen Ian Nepomniachtchi und Hans Niemann bleibt damit angespannt. Trotz des sportlich erfolgreichen Matches in Belgrad sorgen die Ereignisse abseits des Brettes weiterhin für Gesprächsstoff in der internationalen Schachszene.
ChessBase, India