Indien vor der Schacholympiade: OLYMPIASIEGER OHNE PLATZ IN NATIONALTEAM?

Vidit Gujrathi:Ich möchte bei der Olympiade nicht wieder unvorbereitet antreten – und ich weiss nicht einmal, ob ich überhaupt im Team sein werde.“

*Der indische Grossmeister **Vidit Gujrathi, amtierender Olympiasieger mit der indischen Nationalmannschaft, sprach in einem Interview über die Chancen Indiens bei der Schacholympiade 2026 und über seine eigene ungewisse Zukunft im Nationalteam.***

„Ich glaube, es wird für uns sehr schwierig, die Leistung der letzten Olympiade zu wiederholen. Inzwischen ist uns allen bewusst geworden, wie aussergewöhnlich unser Erfolg im Jahr 2024 tatsächlich war. In insgesamt 44 Partien haben wir nur eine einzige verloren. Ein solches Ergebnis noch einmal zu erreichen, wird enorm schwierig. Unmöglich ist es nicht, aber es wird eine riesige Herausforderung. Damals befanden wir uns wahrscheinlich alle in der besten Form unseres Lebens. Natürlich erlebt jeder Spieler kleinere Schwankungen, aber als Mannschaft waren wir damals nahezu perfekt.

Die Konkurrenz ist stärker geworden

Vidit erwartet diesmal eine wesentlich schwierigere Olympiade. „Usbekistan verfügt inzwischen über eine unglaublich starke Mannschaft. Ich weiss nicht, ob Russland teilnehmen wird – falls ja, wäre auch das ein sehr ernsthafter Konkurrent. Ausserdem darf man weder China noch die USA unterschätzen. Ich würde deshalb nicht sagen, dass Indien automatisch der Topfavorit ist. Wenn wir erneut Gold gewinnen wollen, müssen wir wieder etwas Aussergewöhnliches leisten.“

„Ich möchte diesmal besser vorbereitet sein“ Aus diesem Grund entschied sich Vidit bewusst dafür, vor der Olympiade mehrere starke Turniere zu spielen.

Ich wollte rechtzeitig in Wettkampfform kommen. Ich möchte nicht noch einmal so zur Olympiade reisen wie damals nach Taschkent, als ich nicht optimal vorbereitet war. Diesmal soll das anders sein. Die Olympiade gibt mir zusätzliche Motivation, mein bestes Schach zu zeigen.

Keine Garantie auf einen Platz im Team!

Trotz seines olympischen Goldes ist seine Teilnahme keineswegs sicher.

Ich weiss im Moment nicht einmal, ob ich überhaupt für die Nationalmannschaft nominiert werde. Indien verfügt heute über unglaublich viele Spitzenspieler, deshalb gibt es keinerlei Garantien. Die Auswahl erfolgt nach der Elozahl. Deshalb kann ich heute nicht sagen, ob ich im Team sein werde. Trotzdem bereite ich mich so vor, als wäre ich bereits nominiert.“

Diese Aussagen machte Vidit im Interview mit dem YouTube-Kanal Chess with Mustreader.

Wer spielt für Indien?

Die indische Mannschaft für die Schacholympiade nimmt bereits Konturen an. Als nahezu sichere Teilnehmer gelten:

Gukesh Dommaraju Arjun Erigaisi R. Praggnanandhaa Arjun Sarin

Um den fünften Platz kämpfen voraussichtlich Vidit Gujrathi und Aravindh Chithambaram. Beide verfügen über starke Argumente. Für Vidit spricht insbesondere seine grosse Erfahrung bei Mannschaftswettbewerben und sein entscheidender Beitrag zum Olympiasieg Indiens im Jahr 2024.

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