Weltmeister in der Selbstkritik
Gukesh: „Im Schach ist Selbstkontrolle das Wichtigste“
Weltmeister spricht über die Schwierigkeiten des vergangenen und des laufenden Jahres Der amtierende Schachweltmeister Gukesh Dommaraju hat offen über die Herausforderungen gesprochen, mit denen er in den vergangenen Monaten konfrontiert war. Dabei hob er besonders die Bedeutung von Selbstkontrolle und objektivem Denken hervor.
„Im Schach muss man objektiv sein. Man muss die Anforderungen der Stellung respektieren. Wenn man ein bestimmtes Ergebnis zu sehr erzwingen will, beginnt das die eigene Objektivität zu beeinträchtigen. Genau das ist mir passiert. Ich habe viele Partien verloren, die ich eigentlich nur verteidigen und remis halten musste. Letztlich läuft alles auf Selbstkontrolle und den Umgang mit den eigenen Erwartungen hinaus. Es gibt keine Entschuldigung für mangelnde Objektivität. Das gehört zum Beruf eines Profis, und genau darin war ich zuletzt nicht gut genug. Ich muss einfach besser mit mir selbst umgehen. Ich muss am Brett disziplinierter sein und meine Ambitionen besser kontrollieren. Ehrgeiz ist etwas Gutes – solange man ihn unter Kontrolle hält.“
Mit bemerkenswerter Offenheit analysiert der jüngste Weltmeister der Schachgeschichte damit die Ursachen einiger enttäuschender Ergebnisse der letzten Monate. Anstatt nach Ausreden zu suchen, richtet Gukesh den Blick auf die psychologischen Aspekte des Spitzenschachs – ein Bereich, der auf höchstem Niveau oft ebenso entscheidend ist wie Eröffnungsvorbereitung oder taktische Fähigkeiten.