Pragg: „Carlsen stellt normalerweise sogar im Blitz den König auf das richtige Feld“
Beim Norway Chess 2026 besiegte R. Praggnanandhaa Magnus Carlsen mit dem Maximalergebnis von 2:0. Da im klassischen Turnier drei Punkte für einen Sieg vergeben werden, brachte ihm dieser Erfolg die volle Ausbeute von sechs Punkten ein.

„Ich glaube nicht, dass es dafür ein besonderes Geheimnis gibt“, erklärte Praggnanandhaa nach der Partie. „Manchmal hat man einfach Glück. Aber ehrlich gesagt hatte ich das Gefühl, dass Magnus eine sehr, sehr gute Partie gespielt hat. Die Qualität dieser Begegnung war insgesamt deutlich höher als bei unserem vorherigen Duell.“

Der indische Grossmeister übte während der gesamten Partie starken Druck aus – sowohl auf dem Brett als auch auf der Uhr. „Ich habe sehr viel Druck gemacht, aber er blieb ruhig. Ich denke, er gehört zu den wenigen Spielern, die dazu überhaupt fähig sind. Deshalb war es so überraschend, dass er auf eine derart ungewöhnliche Weise einen Fehler gemacht hat.“
Besonders erstaunt zeigte sich Praggnanandhaa über Carlsens entscheidenden Fehlgriff in der Zeitnotphase:
„Magnus ist einer dieser Spieler, die sogar im Bullet-Schach, wenn man sie mitten in der Nacht aufweckt, den König automatisch auf das richtige Feld stellen würden – in diesem Fall nach e2. Deshalb weiss ich wirklich nicht, was passiert ist. Vielleicht war es Panik, vielleicht etwas anderes.“
Der 19-jährige Inder betonte jedoch, dass solche Fehler unter grossem Druck und bei knapper Bedenkzeit vorkommen können:
„Solche Dinge passieren, wenn man lange unter Druck steht und viele Züge in Zeitnot spielen muss. Ich nehme jeden solchen Sieg gerne an, denn ich selbst habe in ähnlichen Situationen schon oft Chancen ausgelassen.“
Mit diesem Erfolg gelang Praggnanandhaa einer der bemerkenswertesten Siege seiner Karriere gegen den langjährigen Weltranglistenersten. Die Partie zeigte zugleich, dass selbst ein Spieler von Carlsens Kaliber unter extremem Druck nicht vor Fehlern gefeit ist.
Fehler der Champions:
Magnus Carlsen übersieht die einzige Rettung und gespielt:
48.Kf4 ??

Schwarz setzte den Weltklassespieler mit einem präzisen Mattangriff matt.
48...Dd4+ 49.Kf3 Dd3+ 50.Kf2 Dd2+ 51.Kf1 Ld3+ 52.Kg1 De1+ 53.Kg2 Le4+! 54.Kh2 Dh1#
In der kritischen Stellung hatte Weiss noch die Möglichkeit, das Gleichgewicht zu halten:

48.Ke2!
Danach kann Schwarz zwar zahlreiche Schachs geben, doch Dame und Läufer arbeiten perfekt zusammen und sichern dem weissen König ausreichend Schutz.
Der Fehler bestand nicht in einem einzelnen Zug, sondern darin, dass Carlsen die Gefahren für seinen König unterschätzte. Die Stellung verlangte höchste Genauigkeit. Mit 48.Ke2! konnte Weiss das Gleichgewicht halten, während 48.Kf4? den entscheidenden Zusammenbruch der Verteidigung einleitete. Auch Weltmeister und Nummer-eins-Spieler der Welt sind nicht vor taktischen Fehlern gefeit – besonders nicht unter Zeitdruck. Magnus Carlsen fand nicht den einzigen Rettungszug 48.Ke2! und geriet wenige Züge später in ein unausweichliches Mattnetz. Ein seltenes Beispiel dafür, dass selbst die grössten Schachlegenden unter Druck entscheidende taktische Ressourcen übersehen können.