S.Adzic
Die 15-jährige Anastasiia Hnatyshyn ist Europameisterin!
Ukraine stellt 2026 sowohl den Europameister als auch die Europameisterin!
Die Frauen-Europameisterschaft in Batumi (Georgien) endete auf historische und wahrhaft sensationelle Weise. Mit 9 Punkten aus 11 Partien gewann die Ukrainerin Anastasiia Hnatyshyn aus Lwiw den Titel der Europameisterin. Eine Teenagerin, die noch nicht einmal ihren 16. Geburtstag gefeiert hat!
Zur Erinnerung: Anastasiia ging lediglich als Startnummer 76 von 165 Teilnehmerinnen in das Turnier. Auf ihrem Weg zum Titel besiegte sie mehrere Spielerinnen, die zu den 50 bestplatzierten Schachspielerinnen der Welt gehören.
Während des gesamten Turniers zeigte sie einen aussergewöhnlichen Kampfgeist. Sie spielte attraktives und mutiges Schach und demonstrierte etwas, das für eine Spielerin ihres Alters besonders bemerkenswert ist: eine aussergewöhnliche psychologische Stabilität. Ihr Trainer ist Volodymyr Grabinsky, zweifellos einer der besten Schachtrainer der Welt. Mit diesem Triumph bescherte Anastasiia der Ukraine auch den Titel der Frauen-Europameisterin.
Die Ukraine dominiert das Schachjahr 2026
Zur Erinnerung:
Der Europameister 2026 bei den Männern ist ebenfalls ein Ukrainer. Roman Dehtiarov gewann im Alter von nur 17 Jahren die Europäische Einzelmeisterschaft 2026 in Kattowitz (Polen) mit 9 Punkten aus 11 Partien und wurde damit zum jüngsten sowie am niedrigsten gesetzten Europameister in der Geschichte es Wettbewerbs. Bemerkenswert ist, dass Dehtiarov als Nummer 126 der Setzliste mit einer Elo-Zahl von 2452 ins Turnier gestartet war. Mit seinem Titelgewinn erhielt er automatisch den Grossmeistertitel. Die Grenzen werden immer weiter verschoben
Was kann man dazu noch sagen?
Die Altersgrenzen im Spitzenschach verschieben sich immer weiter. Zwei Teenager haben rund 180 erfahrene Grossmeister und Internationale Meister hinter sich gelassen und die kontinentalen Titel gewonnen. Als wahre Schachliebhaber bewundern wir nicht nur ihr außergewöhnliches Talent, sondern auch ihre Fähigkeit, unter schwierigen Bedingungen Höchstleistungen zu erbringen. Seit inzwischen fünf Jahren lebt ihr Heimatland unter den Belastungen des Krieges. Gerade deshalb verdienen diese Erfolge besonderen Respekt. Endstand an der Spitze
WFM Anastasiia Hnatyshyn (Ukraine) – 9 Punkte
Die Zweit- und Drittplatzierte erreichten jeweils 8,5 Punkte, ebenso wie die Viertplatzierte IM Nurgyul Salimova.

Sabrina Vega Gutierrez
Olga Badelka
Die einzige Schweizer Vertreterin beendet das Turnier auf Rang 66
Die einzige Schweizer Teilnehmerin bei der Frauen-Europameisterschaft, IM Sofija Hryzlova, musste in der letzten, 11. Runde eine Niederlage hinnehmen. An Brett 26 unterlag sie mit den schwarzen Figuren der griechischen FM Anastasia Avramidou.
Sofija Hryzlova
Sofia beendete die Europameisterschaft in Georgien auf dem 66. Platz. Bemerkenswert ist dabei, dass sie als Nummer 68 der Setzliste gestartet war und sich somit leicht verbessern konnte. Die junge Schweizerin hatte in Batumi ein sehr anspruchsvolles Turnier mit zahlreichen starken Gegnerinnen zu absolvieren. Dennoch gelang es ihr, ihre Elo-Zahl um 24,4 Punkte zu steigern – ein beachtlicher Erfolg auf diesem hohen Niveau. Mit ihrer Leistung sammelte Hryzlova wertvolle Erfahrungen auf internationaler Ebene und unterstrich einmal mehr ihr Potenzial für die Zukunft des Schweizer Schachs.