Mehr als nur Schach - hinter die Kulissen der 2026 Frauen-Europameisterschaft in Batumi : Ein Stern geht auf !
Die grösste Überraschung der Frauen-Europameisterschaft 2026 in Batumi ist perfekt: Die erst 15-jährige Ukrainerin Anastasiia Hnatyshyn gewann den Titel der Europameisterin mit herausragenden 9 Punkten aus 11 Partien.
Die junge WFM startete lediglich als Nummer 76 der Setzliste in das Turnier mit 165 Teilnehmerinnen. Am Ende verwies sie jedoch zahlreiche Grossmeisterinnen und internationale Meisterinnen auf die Plätze und sicherte sich souverän den Europameistertitel. Mit einem Vorsprung von einem halben Punkt auf die Verfolgerinnen Sabrina Vega, Olga Badelka und Nurgyul Salimova schrieb Hnatyshyn Schachgeschichte.
Mehr als 200 Elo-Punkte gewonnen!! Die Ukrainerin erzielte ein sensationelles Turnierresultat mit:
• 8 Siegen
• 2 Remis
• 1 Niederlage

Ihre Turnierleistung entsprach einer Performance von 2580 Elo-Punkten.
Besonders beeindruckend ist der Elo-Gewinn: Hnatyshyn gewann unglaubliche 214,4 Elo-Punkte hinzu und verbesserte sich in der Live-Weltrangliste um 216 Plätze. Damit kletterte sie auf Rang 16 der Frauen-Weltrangliste und übernahm gleichzeitig die Spitzenposition unter allen Spielerinnen der Altersklasse U20.
WGM-Titel und IM-Norm
Der Triumph in Batumi brachte der Ukrainerin nicht nur den Europameistertitel ein. Durch ihren Erfolg erfüllte sie direkt die Voraussetzungen für den Titel Woman Grandmaster (WGM) und erzielte zusätzlich eine IM-Norm. Der enorme Elo-Zuwachs erklärt sich auch durch die FIDE-Regeln zum K-Faktor. Da Hnatyshyn im Jahr 2010 geboren wurde und vor dem Turnier eine Elo-Zahl von 2207 besass, profitierte sie weiterhin vom erhöhten K-Faktor 40 für Nachwuchsspielerinnen unter 18 Jahren mit einer Elo unter 2300.
Starker Schlussspurt
Die Niederlage brachte die junge Ukrainerin jedoch nicht aus dem Konzept. In den verbleibenden vier Runden erzielte sie starke 3 Punkte gegen Gegnerinnen, die allesamt zu den Top 20 der Setzliste gehörten. Vor der vorletzten Runde lag sie gemeinsam mit der spanischen Meisterin Sabrina Vega an der Spitze. Während Vega gegen Nurgyul Salimova remis spielte, besiegte Hnatyshyn die ehemalige niederländische Meisterin Eline Roebers und übernahm die alleinige Führung. Mit einem Remis in der Schlussrunde gegen die polnische IM Klaudia Kulon sicherte sie sich schliesslich den Titel. Zweiter ukrainischer Überraschungserfolg in diesem Jahr
Der Erfolg von Anastasiia Hnatyshyn ist bereits die zweite grosse ukrainische Sensation auf europäischer Ebene im Jahr 2026. Bereits vor zwei Monaten gewann der erst 17-jährige Ukrainer Roman Dehtiarov überraschend die Europameisterschaft der Herren. Als Nummer 126 der Setzliste gestartet, sicherte er sich damals sogar direkt den Grossmeistertitel.
Nun folgt ihm Hnatyshyn mit dem Titelgewinn bei den Frauen und bestätigt eindrucksvoll die erfolgreiche Nachwuchsarbeit des ukrainischen Schachs.
Die Top 10 qualifizieren sich für den Women's World Cup
Durch ihre Platzierung qualifizierte sich Hnatyshyn gemeinsam mit den weiteren Top-10-Spielerinnen für die nächste Ausgabe des FIDE Women's World Cup.
Endstand (Spitze)
1. Anastasiia Hnatyshyn (Ukraine) – 9,0 Punkte
2. Sabrina Vega (Spanien) – 8,5 Punkte
3. Olga Badelka (Österreich) – 8,5 Punkte
4. Nurgyul Salimova (Bulgarien) – 8,5 Punkte
Mit ihrem Triumph in Batumi hat Anastasiia Hnatyshyn eines der bemerkenswertesten Ergebnisse des Schachjahres 2026 erzielt und sich endgültig in die Reihe der grössten Nachwuchstalente Europas eingetragen.