Firouzja (2759) – Carlsen (2840) , Damengambit
1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sf3 Sf6 4.Sc3

4...h6!
Vor 40 Jahren wurde diese neue Idee erstmals von einem Meisterkandidaten aus Split (Kroatien) angewendet, wie in Schachzeitschriften des ehemaligen Jugoslawiens berichtet wurde. Großmeister und Schachkommentatoren standen diesem Zug damals eher skeptisch gegenüber. Es handelt sich um das Damengambit, eine der ältesten und meistgespielten Schacheröffnungen überhaupt. Was sehen wir heute? Mit dem Zug 4...h6! hat Schwarz ein Problem gelöst, das Generationen von Spielern mit den schwarzen Steinen beschäftigte: den Druck des weißen Spiels auf das Feld d5. Auf den kommenden Spitzenturnieren wird sich zeigen, ob Schwarz diese Idee wiederbelebt und ob der Zug, mit dem Firouzja in Oslo sogar Carlsen überraschte, häufiger auf dem Brett erscheinen wird.
5.a3

c5 6.cxd5 exd5 7.Lf4 Sc6 8.e3 a6 9.Le2 c4 10.Se5 Ld6 11.0–0 0–0 12.Lg3 Lf5 13.f4 Le7 14.Lf3 Tc8 15.Tc1 b5 16.Le1 b4 17.axb4 Lxb4 18.Lh4 Lxc3 19.bxc3 Dd6 20.Ta1 Se4 21.Txa6 f6 22.Lxe4 Lxe4 23.Sg4 Dd7 24.Sf2 Se7 25.De2 Tc6 26.Txc6 Dxc6 27.Sxe4 dxe4 28.Ta1 Sd5 29.Le1 Tb8 30.f5 Kh7 31.Dg4 Dd7 32.Dxe4 Te8 33.Dg4 Kg8??
Der entscheidende Fehler In grosser Zeitnot und mit nur noch zwei Minuten auf der Uhr begeht Carlsen einen Fehler.
Seine ursprüngliche Idee war 33...Sxe3, doch dann bemerkte er die Möglichkeit:
34.Dg6+ Kg8 35.Ta7!!
und es scheint, als würde Weiss gewinnen.
Carlsen übersah jedoch die erstaunliche Verteidigung:
35...Sd1!!
wonach Schwarz die Stellung offenbar noch halten kann.
Die Schlussphase 34.e4 Se3 35.Df3 Sc2 36.Tc1 Sa3 37.Lg3 Sb5 38.e5 In dieser hoffnungslosen Stellung stellte Carlsen den Widerstand ein. 1–0
Kurze Partienanalyse direkt nach Spielende. Foto: Norway Chess / Michal Walusza