Weiss dominiert die Runde
Drei Partien, drei Siege für Weiss – ein bemerkenswertes Ergebnis auf diesem Niveau. Die sechste Runde „Norway Chess“ zeigte, wie wichtig die Initiative im modernen Spitzenschach sein kann. Alle drei Sieger führten die weissen Figuren und konnten ihren Anzugsvorteil in einen vollen Punkt umwandeln.

Mit den Ergebnissen der sechsten Runde bleibt das Turnier äusserst spannend. Besonders Vincent Keymer bestätigte seine starke Form, während Magnus Carlsen bewies, dass er trotz eines schwierigen Turnierstarts weiterhin jederzeit zu den gefährlichsten Spielern der Welt gehört.
Norway Chess 2026: Keymer schlägt den Weltmeister – Carlsen meldet sich eindrucksvoll zurück!
Die 6. Runde von Norway Chess 2026 in Oslo brachte erneut hochklassiges Schach und wichtige Entscheidungen im Kampf um den Turniersieg. Während Vincent Keymer mit einem überzeugenden Erfolg gegen Weltmeister Gukesh Dommaraju ein starkes Zeichen setzte, feierten auch Magnus Carlsen und Wesley So wichtige Siege.
Keymer besiegt Gukesh und bleibt auf Kurs

Der deutsche Grossmeister Vincent Keymer beim symbolischen ersten Zug der Partie. Die Zeremonie wurde von Christian Kleven von W-Yacht begleitet. Foto: Michal Walusza / Norway Chess
Der deutsche Grossmeister Vincent Keymer gewann seine klassische Partie gegen Weltmeister Gukesh D. und bestätigte damit seine hervorragende Form. In einem strategisch geprägten Endspiel setzte sich Keymer nach präzisem Spiel durch und fügte dem indischen Weltmeister eine schmerzhafte Niederlage zu. Der Erfolg gegen den Titelträger dürfte Keymer zusätzliches Selbstvertrauen für die Schlussphase des Turniers geben.
Carlsen antwortet auf die Kritik
Nach mehreren enttäuschenden Ergebnissen in den vergangenen Runden stand Magnus Carlsen gegen Alireza Firouzja unter Druck. Der Norweger zeigte jedoch die Reaktion eines Champions und gewann seine Partie mit den weissen Figuren .

Für den ehemaligen Weltmeister war dieser Erfolg besonders wichtig, nachdem er selbst offen über Konzentrations- und Gedächtnisprobleme während des Turniers gesprochen hatte. Mit diesem Sieg hält Carlsen seine Hoffnungen auf eine bessere Platzierung am Leben.
Wesley So bezwingt Praggnanandhaa
Auch Wesley So konnte in der klassischen Partie einen vollen Punkt verbuchen. Der Amerikaner setzte sich gegen R. Praggnanandhaa durch und verbesserte damit seine Position im Gesamtklassement. So präsentierte sich einmal mehr als äusserst solider und effizienter Turnierspieler, der Fehler seiner Gegner konsequent ausnutzt.
Ergebnisse der klassischen Partien – Runde 6
Vincent Keymer – Gukesh D. 1:0
Wesley So – Praggnanandhaa R. 1:0
Magnus Carlsen – Alireza Firouzja 1:0
Die sechste Runde hat gezeigt, dass in Oslo weiterhin alles möglich ist. Besonders Vincent Keymer unterstrich mit seinem Sieg gegen den Weltmeister seine Ambitionen, während Carlsen mit einem wichtigen Erfolg zurückschlug und seine Kritiker vorerst zum Schweigen brachte.
Die kommenden Runden versprechen weitere Dramatik in einem der stärksten Turniere des Jahres.
Fotos: Norway Chess / Michal Walusza Quelle: Norway Chess 2026 Live Coverage, Oslo
Norway Chess Women 2026: Nur ein Sieg in der 6. Runde
Assaubayeva hält Koneru stand Spannung bleibt im Frauenturnier hoch Während im offenen Turnier alle drei klassischen Partien einen Sieger fanden, verlief die Frauenkonkurrenz deutlich ausgeglichener. Zwei Remis und nur ein entschiedener Kampf zeigen, wie eng das Niveau der Teilnehmerinnen eieinanderliegt.
Vor den letzten Runden bleibt der Kampf um die Spitzenplätze völlig offen. Besonders Divya Deshmukh konnte mit ihrem Sieg wertvollen Boden gutmachen, während Assaubayeva mit ihrem Remis gegen Koneru erneut ihre Stabilität gegen die Weltelite unter Beweis stellte.
Assaubayeva stoppt Koneru
Besondere Aufmerksamkeit galt dem Duell zwischen Bibisara Assaubayeva und Humpy Koneru. Die kasachische Grossmeisterin zeigte erneut ihre kämpferische Einstellung und erreichte gegen die favorisierte Inderin ein solides Remis.
In einer strategisch geprägten Partie entstand nach der Eröffnung ein ausgeglichenes Mittelspiel. Obwohl beide Spielerinnen versuchten, kleine Vorteile herauszuarbeiten, gelang es keiner Seite, entscheidenden Druck aufzubauen. Nach mehreren Vereinfachungen endete die Begegnung mit einer friedlichen Punkteteilung.
Muzychuk und Zhu teilen den Punkt
Auch die Partie zwischen Zhu Jiner und Anna Muzychuk brachte keinen Sieger hervor. Nach einem langen Endspiel mit Turm und Bauern konnten beide Spielerinnen ihre Chancen nicht zum vollen Punkt verwerten. Das Remis war letztlich ein gerechtes Ergebnis einer ausgeglichenen Begegnung, in der beide Grossmeisterinnen präzise verteidigten.
Divya Deshmukh erzielt den einzigen Sieg des Tages

Für die einzige Entscheidung der Runde sorgte die junge indische Spielerin Divya Deshmukh. In ihrer Partie gelang es ihr, sich im Endspiel durchzusetzen und den vollen Punkt einzufahren. Mit diesem wichtigen Erfolg verbessert Divya ihre Position im Gesamtklassement und bestätigt erneut ihr grosses Talent auf höchstem Niveau. Ergebnisse der 6. Runde • Bibisara Assaubayeva – Humpy Koneru ½:½ • Zhu Jiner – Anna Muzychuk ½:½ • Ju Wenjun – Divya Deshmukh 0:1