Interview : IVAN SOKOLOV ÜBER DIE ROLLE DES TRAINERS IM SCHACH

Ivan Sokolov: „Als ich nach Iran kam, war Alireza noch niemand“

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Der bekannte Grossmeister Ivan Sokolov sprach am YouTube darüber, welche Rolle ein Trainer bei der Entwicklung ehrgeiziger Schachspieler spielt.

„Ein Trainer ist ein Katalysator. Ein Spieler wird nicht stark wegen seines Trainers – er wird stark wegen sich selbst. Aber man kann den Prozess beschleunigen, indem man als Katalysator dieser Entwicklung wirkt.“

"In meinem eigenen Fall war Grossmeister Dragoljub Velimirović aus dem ehemaligen Jugoslawien genau ein solcher Katalysator, denn ich machte sehr schnelle Fortschritte. Damals, in den 1970er- und 1980er-Jahren, gab es noch keine Computer. Wissen, für das ich vielleicht zwei Jahre gebraucht hätte, erhielt ich von ihm innerhalb von nur 20 Tagen! Das beschleunigte meinen Entwicklungsprozess enorm. Als er begann, mit mir zu arbeiten, hatte ich eine Elo-Zahl von 2400 – und nur ein Jahr später wurde ich Grossmeister.

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Sokolov nannte anschliessend ein weiteres Beispiel:

„Als ich nach Iran kam, war Alireza niemand. Ein Spieler mit einer Elo von etwa 2400. Er wurde nicht wegen mir stark – er wurde stark wegen sich selbst.“

Dennoch stellte Sokolov klar, dass die Aufgabe eines Trainers darin besteht, Informationen schneller zu vermitteln und den Lernprozess effizienter zu gestalten: enter image description here

Usbekistan – Sieger der 44. Schacholympiade 2022 in der Open-Kategorie | Foto: FIDE / Lennart Ootes

„Habe ich den Prozess beschleunigt, bestimmte Informationen schneller zu vermitteln – obwohl er Computer und moderne Hilfsmittel hatte? Ja, das habe ich. Um wie viel – das weiß ich nicht.“ Sokolov erklärte weiter, dass er mit mehreren Spielern gearbeitet habe, die heute zur Weltspitze gehören. „Sie sind stark wegen sich selbst – nicht wegen mir. Aber habe ich ihnen geholfen, indem ich ihnen Informationen gab, die Zeit sparten und ihre Entwicklung beschleunigten? Ja, das stimmt.“ Besonders interessant wurde es, als Sokolov über seine Arbeit mit der usbekischen Nationalmannschaft sprach. Er war Teil der Vorbereitung für die Schacholympiade 2022, die Usbekistan sensationell gewann. Damals wusste ein Spieler wie Javokhir Sindarov fast nichts über Systeme nach 1.d4. „Mit Schwarz vielleicht etwas Benoni oder Königsindisch – aber mit Weiß praktisch nichts.“ Heute gehört 1.d4 zu Sindarovs Hauptrepertoire – sogar auf höchstem Niveau, einschließlich des Kandidatenturniers, wo er damit sehr erfolgreich spielt. „Er hat seine Eröffnungsstrategie erst vor eineinhalb Jahren – vielleicht sogar erst vor einem Jahr – verändert. In der Zeit vor den Computern wäre es nahezu unmöglich gewesen, auf höchstem Niveau sein Eröffnungsrepertoire so schnell komplett umzustellen.“

Besonders interessant wurde es, als Sokolov über seine Arbeit mit der usbekischen Nationalmannschaft sprach. Er war Teil der Vorbereitung für die Schacholympiade 2022, die Usbekistan sensationell gewann. enter image description here

Ivan Sokolov führte das unbesiegbare Team Usbekistans zum Erfolg | Foto: FIDE / Lennart Ootes

Damals wusste ein Spieler wie Javokhir Sindarov fast nichts über Systeme nach 1.d4. „Mit Schwarz vielleicht etwas Benoni oder Königsindisch – aber mit Weiß praktisch nichts.“ Heute gehört 1.d4 zu Sindarovs Hauptrepertoire – sogar auf höchstem Niveau, einschließlich des Kandidatenturniers, wo er damit sehr erfolgreich spielt. „Er hat seine Eröffnungsstrategie erst vor eineinhalb Jahren – vielleicht sogar erst vor einem Jahr – verändert. In der Zeit vor den Computern wäre es nahezu unmöglich gewesen, auf höchstem Niveau sein Eröffnungsrepertoire so schnell komplett umzustellen.“

GM Ivan Sokolov lebt heute in den Niederlanden und stammt ursprünglich aus dem ehemaligen Jugoslawien.

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