Kandidatenturnier Zypern – 11. Runde
Die elfte Runde des Kandidatenturniers war geprägt von vier Remis, die vor allem Javokhir Sindarov zugutekamen. Damit führt er das Feld weiterhin an – mit zwei Punkten Vorsprung vor Anish Giri. Bei nur noch drei verbleibenden Runden wird es für Giri zunehmend schwieriger, den usbekischen Großmeister noch einzuholen. Zwar gab es auf dem Brett durchaus Dramatik in der Partie zwischen Matthias Bluebaum und Praggnanandhaa Rameshbabu, doch am Ende endete auch diese Begegnung mit einem Unentschieden.

Javokhir Sindarov dominiert weiterhin das FIDE-Kandidatenturnier nach der 11. Runde. Bei nur noch drei ausstehenden Runden hält er nach wie vor einen Vorsprung von zwei Punkten. Wenn Sindarov seine Stabilität bewahrt, befindet er sich in einer hervorragenden Position, das Turnier zu gewinnen und sich eine Chance auf den Weltmeistertitel zu sichern.

Werfen wir einen genaueren Blick auf das Geschehen der elften Runde am Nachmittag im Spielsaal des Cap St. Georges Hotel & Resort hier auf Zypern.
Im Frauenturnier erzielte Vaishali R einen wichtigen Sieg mit den schwarzen Steinen gegen Aleksandra Goryachkina, zog damit einen ganzen Punkt davon und übernahm vor den Schlussrunden klar die Kontrolle.
Natürlich war die Schlüsselpartie des Tages das Duell zwischen Fabiano Caruana und Javokhir Sindarov.
Caruana wählte eine relativ neue Idee – 11.Le3 in der Hauptvariante der Katalanischen Eröffnung – ein Zug, der bereits einige Male von Nihal Sarin gespielt wurde.
„Ich habe mich auf die letzten beiden Partien nicht wirklich vorbereitet; ich habe einfach etwas Solides gespielt. Aber dann bekam ich etwas Druck und hatte zwischenzeitlich ernsthafte Gewinnchancen“-
erklärte Caruana nach der Partie. Die Idee beinhaltet ein Bauernopfer im Austausch für langfristige Kompensation.
„Wir wissen, dass Caruanas Vorbereitung sehr tief geht!“, rief Kommentator Jan Gustafsson während der Live-Übertragung.
Matthias Bluebaum – „König der Remis“
Die elfte Runde des Kandidatenturniers war für Matthias Bluebaum von einer gewissen Portion Glück geprägt. Eine Computer-Variante im Mittelspiel hätte ihn unter Druck setzen können, und eine andere Variante im Endspiel hätte ihn sogar die Partie kosten können. Allerdings war auch die beste Fortsetzung für den Gegner nicht besonders einfach zu finden. Nach dem 34. Zug hatten beide Spieler weniger als fünf Minuten für die verbleibenden sechs Züge.

- Bisher hat keiner der Spieler im Kandidatenturnier Matthias Bluebaum in der Hauptvariante der Petroff-Verteidigung in einen theoretischen Schlagabtausch verwickelt.
- Bluebaum hielt mit Schwarz ein Remis gegen Praggnanandhaa – ein weiteres Unentschieden für ihn, der in elf Runden nur eine Partie verloren hat.
- Für die übrigen Spieler wird es zunehmend schwieriger, ihm den inoffiziellen Titel des Königs der Remis streitig zu machen.
Bluebaum hielt mit Schwarz ein Remis gegen Praggnanandhaa – ein weiteres Unentschieden für ihn, der in elf Runden nur eine Partie verloren hat.
Hier sind die Ergebnisse der elften Runde im Überblick:
| FIDE Candidates | Ergebnisse |
|---|---|
| Anish Giri - Andrey Esipenko | ½—½ |
| Hikaru Nakamura - Wei Yi | ½—½ |
| Fabiano Caruana - Javokhir Sindarov | ½—½ |
| Praggnanandhaa R - Matthias Bluebaum | ½—½ |
FIDE Women’s Candidates
- Kateryna Lagno - Anna Muzychuk: ½—½
- Tan Zhongyi - Bibisara Assaubayeva: ½—½
- Zhu Jiner - Divya Deshmukh: ½—½
- Aleksandra Goryachkina - Vaishali Rameshbabu: 0-1
Der Vorsprung von zwei Punkten für Sindarov macht ihn zum klaren Favoriten des Kandidatenturniers. Während die Spannung bei den Frauen durch den Sieg von Vaishali R ihren Höhepunkt erreicht, festigt der Großmeister aus Usbekistan seine Führungsposition.