Die aussergewöhnliche Vorbereitung auf die Partien
Die Zeitung - The GUARDIAN- die die Dominanz Sindarovs auf Zypern analysiert, versucht einzuschaetzen, ob dies das Interesse von Carlsen am klassischen Schach wieder wecken koennte.
... Sindarov dominierte seine Rivalen und zeigte ein sicheres und kontrolliertes Spiel, das an den Stil des sowjetischen Grossmeisters Michail Botwinnik erinnert. Seine Vorbereitung auf die Partien war aussergewöhnlich: Mehrfach sagte er den Verlauf der Ereignisse auf dem Brett bis ins Endspiel präzise voraus. In den seltenen Situationen, in denen er unter Druck geriet — zum Beispiel in der zweiten Partie gegen den Weltdritten und US-Meister Fabiano Caruana — war seine Verteidigung exakt und zuverlässig.
Seine Vorbereitung auf die Partien war außergewöhnlich: Mehrfach sagte er den Verlauf der Ereignisse auf dem Brett bis ins Endspiel präzise voraus.
Das Ergebnis von Sindarov — sechs Siege und acht Remis — ist das beste seit Einführung des aktuellen Formats des Kandidatenturniers im Jahr 2013!!! Nun erwartet ihn ein Match um die Weltmeisterkrone, das über 14 Partien gespielt wird. Sindarov und der amtierende Weltmeister Gukesh Dommaraju werden zum Zeitpunkt des Matches jeweils 20 Jahre alt sein, das für die zweite Hälfte des Jahres 2026 geplant ist (genaues Datum und Ort wurden noch nicht bekannt gegeben).

Gukeshs Regentschaft als Weltmeister war nicht besonders erfolgreich — er fiel auf den 15. Platz der Weltrangliste zurück. Sindarov wird mit mindestens 60 % Siegchancen als Favorit gelten, obwohl der Inder die maximale Unterstützung der Schachöffentlichkeit seines Landes haben wird, einschliesslich des ehemaligen Weltmeisters Viswanathan Anand.
Die Zukunft und das Erbe von Magnus Carlsen
Eine interessante Frage für die Zukunft ist, ob Carlsen, die Nummer eins der Welt, zum klassischen Schach zurückkehren könnte, falls sich die Gelegenheit für ein Titelmatch gegen Sindarov ergibt. Als Carlsen 2023 auf den Titel verzichtete, erklärte er, dass er ihn nur gegen Alireza Firouzja verteidigt hätte — damals das grösste junge Talent. Firouzja hat jedoch seitdem die Erwartungen nicht erfüllt, da er sich stark auf Schnellschach-Disziplinen konzentrierte und sich sogar teilweise der Modeindustrie zuwandte, während Sindarov rasant an die Weltspitze aufstieg.
Der Aufstieg des usbekischen Schachspielers ist besonders interessant: Er wurde mit 12 Jahren und 10 Monaten Grossmeister, widmete sich danach jedoch mehrere Jahre intensiv dem Videospiel Counter-Strike und verbrachte täglich viele Stunden damit. Erst nach seinem Sieg gegen Firouzja beim Weltcup 2021 konzentrierte er sich wieder auf das Schach, als klar wurde, dass Usbekistan reale Chancen auf Gold bei der Olympiade 2022 hatte — die das Team schließlich auch gewann, noch vor den favorisierten Mannschaften aus Indien und den USA.
10 Millionen Dollar für Match Carlsen – Sindarov ?!
Die Schachwelt könnte bis zu 10 Millionen Dollar für ein so seltenes Match wie Carlsen – Sindarov generieren, das dem Norweger die Möglichkeit geben würde, seine Position in der Debatte um den grössten Spieler aller Zeiten weiter zu festigen, vor Garri Kasparow.
- Carlsen hat bisher kein Interesse an der Rückkehr zum klassischen Titelkampf gezeigt.
- Die intensive Computer-Vorbereitung ist ein entscheidender Faktor.
- Ein neuer Weltmeisterschaftszyklus ab 2027 könnte die Prioritäten verändern.
Die Schachwelt könnte bis zu 10 Millionen Dollar für ein so seltenes Match wie Carlsen – Sindarov generieren.
Dennoch ist es wenig wahrscheinlich, dass Carlsen zustimmen wird. Einer der Hauptgründe für seinen Titelverzicht war seine Unwilligkeit, Monate mit Computer-Vorbereitung zu verbringen — genau jener Bereich, in dem Sindarov besonders stark ist. Außerdem könnte sich Carlsen auf ein neues Projekt konzentrieren — den FIDE Totalen Weltmeisterschaftszyklus, dessen Einführung für 2027 geplant ist und der klassische, Rapid- und Blitzturniere vereinen soll — so die Zeitung.