Magnus Carlsen über den Risikofaktor im Schach:
„Risikoscheu ist die riskanteste Strategie“
Magnus Carlsen: „Ich denke, die wichtigste Erkenntnis, die ich im Laufe der Jahre gewonnen habe, ist, dass viele Gegner Angst vor mir haben. Ich habe gelernt, das zu meinem Vorteil zu nutzen. Besonders wenn man merkt, dass der Gegner psychologisch nicht bereit ist, auf Gewinn zu spielen, kann man selbst viel mehr Risiken eingehen.
- Psychologische Überlegenheit ist im modernen Schach entscheidend.
- Die Wahrnehmung der gegnerischen Angst führt zu strategischen Vorteilen.
- Mut zum Risiko kann eine Partie frühzeitig entscheiden.

Während einer Partie ist es äusserst hilfreich, den mentalen Zustand des Gegners zu spüren. Nehmen wir zum Beispiel meine Partien gegen Wesley So – wie man sieht, gebe ich ihm besonders bei kürzeren Bedenkzeiten immer wieder die Möglichkeit, riskante Züge zu spielen, aber er nutzt sie fast nie. Das verschafft mir einen enormen psychologischen Vorteil.
Die Unfähigkeit oder Unwilligkeit, Risiken einzugehen, ist eine äusserst riskante Strategie – denn sie bedeutet, dass andere dich kontrollieren und ausnutzen werden.
Er ist ein herausragender Spieler, und sein Spielverständnis ist wahrscheinlich nicht schlechter als meines, aber ich kann ihn in gewisser Weise lenken, weil er nicht bereit ist, Risiken einzugehen. In einer Welt auf höchstem Niveau ist die mentale Stärke oft ausschlaggebend für den Ausgang einer Begegnung.
"Ich denke, die wichtigste Erkenntnis, die ich im Laufe der Jahre gewonnen habe, ist, dass viele Gegner Angst vor mir haben."
Das Vertrauen in die eigene Risikobereitschaft ist ein wesentlicher Bestandteil meines Erfolgsrezepts gegen die Weltspitze. Wer sich nur auf Sicherheit verlässt, gibt dem Champion den nötigen Raum, um die Kontrolle über das Spiel vollständig an sich zu reissen.“