Magnus Carlsen: Über Einsamkeit und Schach

„Ein Schachspieler ist per Definition ziemlich einsam“

***Magnus Carlsen im Podcast bei Lex Fridman: Zwischen Einsamkeit und Selbstvertrauen: ***

Fühlen Sie sich manchmal einsam? Natürlich, das kommt vor. Ein Schachspieler ist per Definition ziemlich einsam, weil man für Niederlagen niemand anderen verantwortlich machen kann als sich selbst. Aber das gehört zu unserem Beruf. Trotzdem glaube ich nicht, dass diese Art von Einsamkeit mein normales Leben wesentlich beeinflusst.

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Die Liebe zum Spiel?

Manchmal ist sie stärker, manchmal schwächer – ich versuche einfach, meinen eigenen Weg zu finden. Meine Liebe zum Schach kommt und geht ein wenig, aber sie ist immer da. Sie verschwindet nie ganz.

In anderen Bereichen des Lebens sollte man sich mit Dingen beschäftigen, die einen glücklich machen und Freude bringen. Das macht einen offener für Liebe im Allgemeinen.

Ich versuche, eine gute Version meiner selbst zu sein. Die beste Version zu sein ist unmöglich – also versuche ich zumindest, eine gute zu bleiben.

Alkohol und Schach?

Alkohol beeinflusst vor allem Schnell- und Blitzschach. Dort muss man sich auf kurzfristige Entscheidungen verlassen, und wenn man etwas getrunken hat, fällt das manchmal leichter. Man denkt weniger nach und ist selbstbewusster. Wahrscheinlich geht es genau um dieses Selbstvertrauen. Manche sagen ja auch, dass sie Fremdsprachen besser sprechen, wenn sie etwas getrunken haben – weil sie weniger Hemmungen haben. Im Schach ist es ähnlich.

„Ich habe russischen Wodka genommen und bin zurück ans Brett“

2012 spielte ich ein Schnellschachturnier in Japan. Ich hatte eine Lebensmittelvergiftung und spielte schlecht. In der letzten Pause beschloss ich, die Minibar zu nutzen. Ich trank innerhalb von 15 Minuten, was ich konnte, und setzte mich wieder ans Brett. Am Ende gelang mir tatsächlich eine Wende: Ich spielte schnell und selbstbewusst. Ich hatte das Gefühl, sehr gut zu spielen – auch wenn das objektiv nicht wirklich der Fall war.

  • Ich gewann alle verbleibenden Partien.
  • Wäre noch eine Runde gewesen, hätte ich das Turnier wahrscheinlich gewonnen.
  • So wurde ich am Ende Zweiter.

Fazit von Carlsen:

Ich würde diesen Ansatz keinesfalls empfehlen – höchstens als letzte Möglichkeit. Und nur dann, wenn man sicher ist, dass man die nötigen Fähigkeiten hat, aber etwas blockiert.

Ohne Können hilft Alkohol sicher nicht. Aber wenn es darum geht, sich zu **entspannen und den Kopf freizubekommen – warum nicht?**

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