...Man lässt Sindarov alles machen, was er will..
Der mehrfache Teilnehmer des Kandidatenturniers, Grossmeister Levon Aronian, der in den USA lebt und für die amerikanische Nationalmannschaft spielt, schilderte seine Eindrücke von der Siegesserie des Grossmeisters Javokhir Sindarov beim Kandidatenturnier 2026 auf Zypern.
„Das Turnier ist nicht so spannend, wie wir alle gehofft hatten. Es entsteht der Eindruck, dass alle anfangen auseinanderzufallen und einfach zulassen, dass Javokhir mit ihnen macht, was er will. Er ist ein sehr taktischer Spieler, äußerst einfallsreich und psychologisch stabil. Wenn man ihm Stellungen gibt, die ihm liegen, schaut er nicht mehr zurück – und das ist ein großer Vorteil. Wenn man keine Zweifel hat, berechnet man die Varianten nicht dreimal – man ist sich sicher. Das sieht man bei ihm ganz deutlich.
Er ist ein sehr taktischer Spieler, äußerst einfallsreich und psychologisch stabil.
Ausserdem ist er ein sehr offener Mensch, freundlich und angenehm im Umgang. Sein Talent ist offensichtlich. Wenn ich also nicht für unsere amerikanischen Spieler wäre, würde ich definitiv für ihn die Daumen drücken. Ich habe seine Chancen ziemlich hoch eingeschätzt. Ich habe gesagt, dass er ein ‚geheimer Favorit‘ ist. Ich dachte, dass Fabiano Caruana der klare Favorit ist – und das denke ich immer noch: Wenn das Turnier erneut gespielt würde, wäre er wieder der Hauptkandidat. Aber solche Momente passieren – man verliert eine Partie, und es scheint nichts Schlimmes zu sein … doch dann bringt es einen völlig aus dem Gleichgewicht. Das ist mir bei Kandidatenturnieren auch oft passiert. Es ist nur ein Punkt – aber dann beginnt man auseinanderzufallen.
- Alles, woran man gearbeitet hat, erscheint plötzlich falsch.
- Die psychologische Stabilität ist im modernen Schach entscheidend.
- Javokhir Sindarov zeigt eine bemerkenswerte Dominanz.
Alles, woran man gearbeitet hat, erscheint plötzlich falsch.
Tut es mir leid, dass ich nicht auf Zypern spiele? Nein, überhaupt nicht. Das Teilnehmerfeld ist sehr stark – ich habe meine Teilnahme nicht verdient. Aber wenn Ian Nepomniachtchi plant, in zwei Jahren dabei zu sein, hoffe ich, mich ebenfalls zu qualifizieren. Warum nicht?“ fragte Aronian.
Die aktuelle Form von Sindarov überrascht viele Experten, doch Aronian sieht darin das Ergebnis konsequenter taktischer Stärke.