ANALYSEN – PRAXISBEISPIELE
Sindarov–Giri, Runde 7 – Kandidatenturnier Zypern- Turm gegen Läufer im Endspiel
Supergrossmeister Anish Giri (Niederlande) verpasste in der siebten Runde des Kandidatenturniers auf Zypern in seiner Partie gegen Javokhir Sindarov den besten Zug – den kürzesten Weg zum Remis. Mit diesem Beispiel möchten wir vor allem die Tiefe und Möglichkeiten des Schachs, aber auch die Geometrie des Schachbretts veranschaulichen.
Giri übersah mit den schwarzen Steinen im 44. Zug eine effektive taktische Möglichkeit, mit einem Turm weniger Remis zu halten. Am Ende erreichte er dennoch nach 85 Zügen ein Remis und demonstrierte dabei lehrreich, dass das Endspiel Turm gegen Läufer remis ist.
Nach dem Zug von Weiss 44.Kf2 sah Giri nicht die Fortsetzung 44… Lg4!! 45.fxg4 Tb2+ 46.Kg3 Tb3 47.Kg2 Tb2+ 48.Kg1 Tb1+ mit ewigem , Perpetul, Schach.

Stattdessen spielte er 44… Txh2 und erreichte das Remis erst dank einer phänomenalen Verteidigung nach weiteren 40 Zügen – die Partie Sindarov–Giri endete nach 85 Zügen remis.
Ein Remis in diesem Endspiel zu halten

ist keineswegs trivial oder einfach. Uzbek Sindarov versuchte mit Weiss über mehr als 30 Züge hinweg, die Partie zu gewinnen. Giri demonstrierte dabei eine lehrreiche Verteidigungstechnik. Für aktive Vereinsspieler ist es nützlich, sich daran zu erinnern, wie die schwächere Seite in einem solchen Endspiel spielen sollte. Für weniger erfahrene Spieler und Anfänger möchten wir zeigen, dass ein Qualitätsvorteil – Turm gegen Läufer (oder Springer) im Endspiel – nicht unbedingt entscheidend sein muss.
- Schachpartien sind oft komplexer als sie auf den ersten Blick erscheinen.
- Taktische Wendungen können selbst in ausgeglichenen Endspielen auftreten.
- Die Verteidigung mit einem Turm gegen einen Läufer erfordert präzises Spiel.
- Schachgeometrie spielt eine entscheidende Rolle bei der Abwehr von Angriffen.
- Beharrlichkeit führt oft zum Remis, selbst wenn man unter Druck steht.
Für weniger erfahrene Spieler und Anfänger möchten wir zeigen, dass ein Qualitätsvorteil im Endspiel nicht unbedingt entscheidend sein muss.