Anfang 2026 feiert der Dokumentarfilm „QUEEN OF CHESS “ beim Sundance Film Festival in den USA seine Weltpremiere. Der Film widmet sich dem aussergewöhnlichen schachlichen Lebensweg von Judit Polgár – der stärksten Schachspielerin der Geschichte und einer der prägendsten Persönlichkeiten des modernen Schachs. Der Film zeichnet ihren kompromisslosen Aufstieg an die Weltspitze nach – in einer Zeit, in der Schach auf höchstem Niveau nahezu ausschließlich von Männern dominiert wurde. GM Judit Polgár war die erste Spielerin, die sich dauerhaft in der absoluten Weltelite etablierte und die besten Grossmeister ihrer Zeit regelmässig besiegte.

Ein Meilenstein der Schachgeschichte auf der Leinwand
Regie führt der vielfach ausgezeichnete Dokumentarfilmer Rory Kennedy. „Queen of Chess“ ist als filmisches Zeitdokument angekündigt, das nicht nur Turniere, Siege und Niederlagen beleuchtet, sondern auch die mentale und psychologische Seite des Spitzenschachs.
Kennedy über den Film:
„Judit Polgárs Leben zeigt, was möglich ist, wenn Entschlossenheit auf Talent trifft. Dieser Film soll einer aussergewöhnlichen Schachkarriere die Aufmerksamkeit schenken, die sie verdient.“
Warum dieser Film für Schachfans besonders ist?
Für die Schachwelt ist Judit Polgár eine Ausnahmeerscheinung: • Sie durchbrach konsequent die Trennung zwischen Männer- und Frauenschach • Sie besiegte mehrere Weltmeister und erreichte die Top 10 der Weltrangliste • Sie veränderte nachhaltig die Wahrnehmung von Frauen im Spitzenschach „Queen of Chess“ verspricht einen tiefen Einblick in die Turnierrealität, die Vorbereitung auf höchstem
Niveau und den enormen Druck des professionellen Schachs.
Veröffentlichung auf Netflix geplant Im Laufe des Jahres 2026 soll der Film auch auf der Streamingplattform Netflix verfügbar sein – und damit einem breiten internationalen Publikum, insbesondere auch der globalen Schachcommunity, zugänglich gemacht werden.

Schach und Film: Sundance als Bühne
enter code hereDas Sundance Film Festival gilt als eines der wichtigsten Foren für Dokumentarfilme weltweit. Schach war dort bereits 2012 mit dem bekannten Dokumentarfilm „Brooklyn Castle“ vertreten, der eine Schulschachmannschaft aus New York begleitete. „Queen of Chess“ knüpft nun an diese Tradition an und rückt erneut das Schachspiel in den Fokus der internationalen Filmszene.enter code here
Die Polgár-Familie – ein einzigartiges Schachexperiment Die Familie Polgár aus Budapest ist längst Teil der Schachgeschichte. Der Dokumentarfilm „The Polgár Variant“ (2014) erzählte bereits die aussergewöhnliche Geschichte der drei Schwestern Polgár und ihres Vaters László Polgár, der sie von frühester Kindheit an gezielt zu Schachspielerinnen von Weltklasseformat ausbildete. Mit „Queen of Chess“ erhält nun vor allem Judit Polgárs einzigartiger Beitrag zur Schachgeschichte die filmische Würdigung, die ihm gebührt. Top 10 der Welt – ein historischer Meilenstein ohne Beispiel Judit Polgár ist die einzige Frau in der Geschichte des Schachs, der der Durchbruch in die Top 10 der FIDE-Weltrangliste in der offenen (absoluten) Konkurrenz gelungen ist. Ihre höchste Platzierung erreichte sie 2005, als sie Rang 8 der Welt belegte – mit einer Elo-Zahl von über 2700 Punkten, einer Grenze,die ausschliesslich der absoluten Weltelite vorbehalten ist.Im Gegensatz zu den meisten Spitzenspielerinnen nahm Judit Polgár nie an Frauenturnieren teil und kämpfte auch nicht um den Titel der Frauenweltmeisterin. Ihre gesamte Karriere war konsequent auf den absoluten Gipfel des Weltschachs ausgerichtet.
Siege gegen Schachweltmeister Ein zentraler Grund, warum Judit Polgár als die grösste Schachspielerin aller Zeiten gilt, sind ihre zahlreichen Erfolge gegen amtierende und ehemalige Schachweltmeister:
• Siege gegen Garry Kasparov,darunter die legendäre Partie aus dem Jahr 2002
• Siege gegen Anatoly Karpov
• Siege gegen Viswanathan Anand
• Siege gegen Boris Spassky
• Siege gegen Vladimir Kramnik

Ergebnissen widerlegte Judit Polgár endgültig den Mythos, Frauen könnten auf höchstem Niveau nicht gleichwertig mit den besten Schachspielern der Welt konkurrieren.
Ein Vermächtnis, das das Schach verändert
Judit Polgár war nicht nur eine aussergewöhnliche Spielerin, sondern auch ein Symbol des Wandels im Schach. Ihre Karriere zeigt eindrucksvoll, dass Unterschiede im Spitzenschach vor allem eine Frage von Chancen, Arbeit und Unterstützung sind – und nicht des Geschlechts. Vor diesem Hintergrund ist der Dokumentarfilm „Queen of Chess“ weit mehr als eine klassische Biografie: Er ist ein bedeutendes Zeugnis der Schachgeschichte, gleichermassen relevant für erfahrene Schachkenner wie für kommende Generationen von Spielerinnen und Spielern.